Jill Baroff Chameleon

05.11.2011 - 14.01.2012

Ein zentrales Thema im Werk von Jill Baroff ist die sich stetig wechselnde Natur der Wahrnehmung in der uns umgebenden Welt.

Die Ausstellung Chameleon beginnt mit der monochromen Bodenarbeit »Southern Cross«, die den ersten Raum der Galerie einnimmt und das Wechselspiel von Farbe und Licht untersucht. Wie eine Uhr in stetiger Bewegung wechseln die Farbnuancen der Skulptur je nach Position des Betrachters und dem Einfallswinkel des Sonnenlichts.

Bereits 1996 begann Jill Baroff die Arbeit an dieser Werkgruppe von Bodenskulpturen, inspiriert durch die sich ständig verändernde materielle Erscheinung des Tatami Bodens traditioneller, japanischer Häuser, in denen Baroff in jener Zeit lebte. »Southern Cross« ist das sechste Projekt dieser Werkgruppe, das Jill Baroff in den letzten 15 Jahren verwirklicht hat. Ungleich der vorher verwendeten gewellten Pappe, ist »Southern Cross« die erste Holzarbeit ihrer Art. Benannt nach der gleichnamigen Sternenkonstellation besteht sie aus runden Holzplatten verschiedenen Durchmessers und exakt gerillter Oberfläche, die das Licht aus sich wechselnden Richtungen kanalisiert und so tausende Nuancen ein und derselben Farbe produziert. Das Werk macht sich das flache Herbstlicht zu Nutze, das durch die großen Fenster der Galerie auf es einfällt. »Southern Cross« ist Teil eines fortlaufenden Projekts basierend auf den Sternenkonstellationen der südlichen Hemisphäre.

Im zweiten Raum der Galerie wird der Besucher mit einer ganzen Wand neuer »Floating Line Drawings« konfrontiert. Der Ausgangspunkt dieser spielerischen Papierarbeiten ist stets derselbe, dennoch führt er zu unendlichen Möglichkeiten. Jede Zeichnung entsteht unter der gleichen Prämisse: Die Ränder des Gampi Papiers werden mit rotem oder schwarzem Ölpastell bemalt. Im Anschluss wird die Linie vom Blatt geschnitten und so ›befreit‹. Der bemalte Streifen darf sich als Zeichnung auf dem Rest des Papiers behaupten. Das Ergebnis sind lyrische und einfache Formen, die sich sowohl durch die erstaunliche Variation ein und derselben Farbe, als auch durch die zufälligen Reaktionen des fragilen Materials, zu überraschenden Zeichnungen winden. Zusätzlich zu diesen Arbeiten präsentiert Jill Baroff in der Ausstellung eine neue Serie von Zeichnungen – die »Rotational Drawings«. Entlang eines bogenförmigen Schnitts durch eine monochrome Ölpastellzeichnung kommt es zu einer Verschiebung innerhalb der Zeichnung.

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