Jill Baroff Always, Sometimes 06.03.2026 - 24.04.2026
PortfolioDie Galerie freut sich, die Ausstellung »Always, Sometimes« der amerikanischen Künstlerin Jill Baroff zu präsentieren. Zu sehen sind großformatige, vielfältige Arbeiten aus der Serie Tide Drawing sowie intime, farbintensive Wandarbeiten. In diesen Werken setzt sich die Künstlerin mit Fragen von Zeit und Raum auseinander und macht diese sinnlich erfahrbar.
Im hinteren Galerieraum sind nahe den Fenstern Wandarbeiten mit den Titeln »Clocks« und »Dials« installiert. Die hölzernen Oberflächen sind mit präzisen Rillen versehen – teils durch leicht geneigte Ebenen ergänzt –, die das wechselnde Spiel des Lichts aufnehmen und dazu führen, dass sich die intensive Farbigkeit und der Schattenwurf im Verlauf des Tages verändern. Die jeweils zweiteiligen »Dials« sind so montiert, dass sich ihre zylindrischen Elemente drehen lassen. Wie beim Verstellen der Zeit auf einem Zifferblatt oder beim Drehen eines Radioknopfes zum Einstellen der Frequenz kann hier die Farbe „eingestellt“ werden.
Der Wechsel der Gezeiten bildet den Ausgangspunkt der Tide Drawing Serie. In diesen Zeichnungen auf japanischem Gampi-Papier hält Baroff Wasserstände an verschiedenen Küstenorten über einen definierten Zeitraum visuell fest und lässt so eigenständige zeitliche Verdichtungsmuster entstehen. Während die frühen Arbeiten die Gewässer rund um New York – die Heimatregion der Künstlerin – in den Blick nahmen, wurde das Projekt inzwischen auf weitere Regionen sowie auf extreme Wetterphänomene ausgeweitet.
Baroffs Interesse an der Region Hamburg reicht mindestens bis zu ihrem fünfteiligen Zyklus für die Hamburger Kunsthalle 2013/14 zurück. In der Galerie ist die Arbeit »Cuxhaven« zu sehen, eine in tiefen Blautönen gehaltene Zeichnung und die erste Darstellung einer negativen Flutwelle innerhalb der Serie. In der Nähe von Cuxhaven kann es an der Elbmündung bei starken südöstlichen Winden entweder zu einer Sturmflut oder zu einem extremen Niedrigwasserereignis im Fluss kommen. Demgegenüber stellen die hellblauen Kreise in »Ophelia’s Surge« eine typische Flutwelle dar und dokumentieren das plötzliche Vordringen des Meeres ins Landesinnere während des Tropensturms. In »Pivot« entfaltet sich die Zeichnung nicht flächig, sondern windet sich in mehreren Schichten um eine zentrale Achse. Es entsteht ein dynamischer Bildraum, der eine konzentrierte und genaue Betrachtung erfordert. Die fünf in der Ausstellung gezeigten Werke unterscheiden sich konzeptionell deutlich voneinander und machen das Spannungsfeld zwischen Wiederholung und Differenz eindrücklich sichtbar.
Arbeiten aus der Tide Drawing Serie sind ab dem 11. April 2026 auch in der Gruppenausstellung »It’s All About Time« im Kunstmuseum Ravensburg zu sehen.














