Galerie Christian Lethert
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Lutz Fritsch

Die Erhabenheit der Linie | 02.09.2022–22.10.2022

Die Galerie Christian Lethert freut sich, die Ausstellung »Die Erhabenheit der Linie« des Künstlers Lutz Fritsch zu präsentieren. Die Reduktion auf das Wesentliche im Umgang mit Linie, Fläche, Farbe und Raum kennzeichnet das künstlerische Werk des Kölner Bildhauers, dessen neue Raumskulptur eine immense Wirkung durch eben diese minimalistische Reduktion und geradlinige Konsequenz erzielt.

In einer Flucht mit der Eingangstür der Galerie befindet sich ein bis zur Decke reichender Durchgang, der den Blick frei gibt auf eine orange glänzende Linie. Wo diese beginnt oder aufhört, ob sie den Raum versperrt oder der Zugang zum Objekt möglich ist, ist von weitem nicht ersichtlich. Das Erleben und Erfassen beginnt im ›Daraufzugehen‹, doch erst beim Betreten des Raumes offenbaren sich die Ausmaße der Linie. Schnell wird deutlich, dass der Künstler seine Plastiken nicht im, sondern mit dem vorgefundenen Raum gestaltet.
Die lineare Skulptur, die mit ihren 7 m Länge fast den vollständigen Raum durchmisst und orangefarbenen leuchtet, liegt auf zwei filigranen grauen Böcken. Die glänzende Oberfläche provoziert immer weiter an die Plastik heranzutreten. So minimal die Formen- und Farbvarianzen sind, aus denen das Werk schöpft, so maximal ist der Aufwand, den der Künstler bei der Wahl der verwendeten Materialien, der Herstellung der Lacke und der Beachtung ihrer spezifischen Oberflächenqualitäten betreibt. Dies gilt auch für die weitere Linie im Raum, die erst auf den zweiten Blick in den Fokus rückt. Die kleine rote Linie ist als Pendant vertikal an der Wand angebracht. Diese dialogisch aufeinander bezogenen Elemente, die Nähe und Ferne vermitteln, werden nur um den Menschen erweitert, den der Künstler als Bezugsgröße als »wandelnde Senkrechte« (Lutz Fritsch) im Raum mitdenkt.
Durch das Spiel der farbigen Linien miteinander sowie im Dialog und Kontrast zum Umraum entsteht ein Ort, in dem zugleich tiefe Ruhe und spannungsgeladene Kraft herrscht. Es geht dem Künstler nie um den Fokus auf die Plastik allein, sondern Lutz Fritschs Skulpturen können als Wahrnehmungsimpulse verstanden werden, unseren Lebensraum neu und anders zu erfahren.

Der Künstler hat über die Jahre hinweg im öffentlichen wie im privaten Raum ein Netz aus Linien geschaffen, das von Köln bis in die Antarktis reicht. Neben der Ausstellung in der Galerie kann man einigen davon ab Mitte September im KOLUMBA Museum in Köln begegnen. Auch wenn man die Linien nicht alle gleichzeitig sehen kann, weiß man um die Existenz der anderen und »{w}er irgendwo auf eine seiner plastischen Linien trifft, der sollte wissen, daß er eigentlich der absoluten Skulptur begegnet, die sich reduziert aus Plastischem und Raum ergibt« (Gerhard Kolberg).

Lutz Fritsch, 1955 in Köln geboren, studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie, Abteilung Münster. Ab September sind Werke des Künstlers Teil folgender Ausstellungen: Bibliomania - Das Buch in der Kunst im Kunstmuseum Villa Zanders sowie »making being here enough« – Ort & Subjekt im KOLUMBA, Kunstmuseum des Erzbistum Köln wo zahlreichen Arbeiten im Bereich Skulptur, Zeichnung, Fotografie und Film zu sehen sind. Darüber hinaus feiert seine Großskulptur »Rheinorange«, die über die Jahre zur festen Landmarke in der Rhein-Ruhr Mündung in Duisburg geworden ist 30 jähriges Jubiläum.

Auf der Messe The Amory Show sind wir vom 9. bis 11. September mit Werken des Malers Imi Knoebel vertreten (Stand #222). Eine große Präsentation des Künstlers ist derzeit in der Dia Beacon, Beacon, New York zu sehen. Unsere nächsten Einzelausstellungen mit Henrik Eiben und Winston Roeth eröffnen wir am 18. November während der Art Cologne, auf der wir vom 16. bis 20 November ausstellen werden.

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