Galerie Christian Lethert
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SITE #3 – black box

15.06.2022–08.07.2022

Hanna Becker, Marc Botschen, Cihan Cakmak, Franziska Kaufhold und Jan Ladwig
Kuratiert von Ann Christine Freuwörth

Zu Gast in der Galerie Christian Lethert präsentiert die Ausstellungsreihe SITE – photographic works von Ann Christine Freuwörth in ihrer dritten Ausgabe unter dem Titel black box eine Gruppenausstellung mit fünf fotografischen Positionen. Die Künstler und Künstlerinnen Hanna Becker, Marc Botschen, Cihan Cakmak, Franziska Kaufhold und Jan Ladwig setzen sich durch ihre fotografischen Betrachtungen auf unterschiedliche Weise mit inneren Zuständen und dem Konstrukt von Identität auseinander. Die zum Teil fragmentarischen Such- und Bildungsprozesse von gesellschaftlichen, kulturellen und familiären Profilen befragen auf weiterer Ebene die Fotografie als Medium und ihre Wirkungsweisen innerhalb des Realitätsbegriffs.

Mit dem multidisziplinären Projekt The Game verweist Hanna Becker (*1986, Berlin) auf die Welt als Bühne menschlicher Existenz. Dabei setzt sie sich mit Hilfe unterschiedlichster Bildsprachen mit den Absurditäten, Ambitionen und den Fantasien des Menschen auseinander. Durch die Zusammenstellung verschiedener Bildkontexte, Sprachen und Materialien werden dynamische Spannungsfelder zwischen einer inneren psychologischen Ebene und einem gesellschaftlichen Außen eröffnet.

Ausgehend von einem Ahnenpass aus dem Archiv seiner Familie führt der Künstler Marc Botschen (*1991, Hamburg) in seiner Arbeit Piece of Cake Selbstporträts, alltägliche Intimitäten und philosophische Textfragmente wie Zutaten eines Kuchenteigs konzeptionell zusammen. Die Verflechtung von inhaltlichen und formalen Erzählungen wird sowohl in seinem Buch als auch im Raum erforscht und provoziert eine radikale Dialektik des Nichtwissens. Identität stellt hierbei einen kontinuierlichen Prozess von Identifikationen dar: unaufhörlich von Bildern abhängig und gefiltert durch die kulturelle Produktion von Bedeutung.

In ihren Arbeiten em fraktal und when we leave nähert und distanziert sich Cihan Cakmak (*1993, Leipzig) gleichermaßen von ihrer familiären und kulturellen Vergangenheit. Träume, Körperlichkeit und Begegnungen werden innerhalb von intimen Selbst- und Gruppeninszenierungen, Sound und Video zu einem Geflecht verwoben, das von einer oftmals unterdrückten und marginalisierten Identität, aber auch von Emanzipation erzählt.

Die Installation Untiefe von Franziska Kaufhold (*1995, Berlin) befasst sich auf feinfühlige Weise mit dem Begriff der ›Insel‹. Der geografische Ort ist hier Grundlage und Sinnbild eines inneren Gefühlszustandes. Die sensuelle Installation – eine Collage aus Fotografien, Videos und Audioaufnahmen – nimmt den Raum in Gänze ein und lässt den Betrachter in die Erinnerungs- und Gefühlswelt der Autorin eintauchen.

Jan Ladwig (*1987, Essen) nutzt einen zufälligen Dachbodenfund als Auslöser und Grundlage für das Projekt Abbildung Ähnlich. Daraus resultiert eine fotografische Erzählung über den Unbekannten ›Stefan Klein‹. Die fiktive Geschichte setzt sich aus der Neuanordnung bestehender Fakten sowie vom Autor erdachten Teilen zusammen. Auf dokumentarische Weise wird die Genauigkeit und Verbindlichkeit fotografischer Abbilder befragt.

Die gezeigten Arbeiten verweisen formal und inhaltlich auf Leerstellen, arbeiten bewusst mit Schwärzungen und stellen sich Momenten der Unwissenheit.

Anfang September eröffnen wir Einzelausstellungen von Lutz Fritsch und Daniel Lergon. The Armory Show in New York findet vom 9. bis 11. September 2022 statt und wir freuen uns, mit Werken von Imi Knoebel vertreten zu sein. Eine große Präsentation des Künstlers wird derzeit in der Dia Beacon, Beacon, New York gezeigt.

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