Galerie Christian Lethert
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Gereon Krebber

Gewürm | 17.03.2007 – 13.04.2007

Die Objekte des in London lebenden Künstlers Gereon Krebber (1973) kreisen um die beiden Themen Materialität und Widerspruchlichkeit. Er verknüpft Materialien wie Acryl, Holz, Gips Folienpapier u.a. mit der Idee, diese Vorlagen „gegen den Strich“ auszunutzen und dadurch neu zu bewerten. Widersprüchliche Verbindungen und ungewohnte Größenverhältnisse entrücken die Objekte dem Blickfeld des Vertrauten. Oberflächenreize von Stofflichkeiten regen ihn an, Vorstellungen zu provozieren, Vorgefundenes auf individuelle Weise zu verrätseln und Bedeutungsinhalte in Frage zu stellen. Krebber versucht, die Wertgeltung von Dingen und Sinnbezügen in Augenschein zu nehmen und die Voraussetzungen und Konstellationen zu erkunden, unter denen sie als etwas Neues erfahren werden können.
Beim Betreten der Galerie stößt der Betrachter auf ein in sich verschlungenes Gebilde aus Folie und Ballons. Im Wickeln von Frischhaltefolien verfestigen sich diese zu einem Körper, der seine feste Struktur ständig wieder zu verlieren droht. Es formen sich die Umrisse einer monumentalen Luftschlange, die den Umraum in gebrochenen Reflexen absorbiert und eine ideale Wirklichkeit zu öffnen scheint. Im weiteren Verlauf der Ausstellung begegnet der Betrachter zwei aus Elektrokabeln geformten, hirnähnlichen Gewuseln sowie klassisch anmutenden Plastiken aus Acrylharz, bevor er auf eine Armee an Büsten trifft. Diese, comicartig, tierhaft und gleichzeitig menschlich anmutenden Figuren verweigern sich jedoch der klassischen Repräsentationsformel, indem sie uns gleichsam blicklos, autistisch auf sich selbst bezogen und fast schon unverschämt anstarren. In Kooperation mit der Kunsthalle Wilhelmshaven erschien zur Ausstellung der Katalog "Gereon Krebber: all that is solid melts into air" sowie eine Vorzugsausgabe.
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