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"Jede Stadt braucht einen Leuchtturm" – Lutz Fritsch

Nun ist er fertig, der Elisabeth-Treskow-Platz im Rheinauhafen, das neue städtebauliche Highlight in Köln. An zentraler Stelle gelegen, dort wo der Ring auf den Rhein trifft, stellt er für viele Besucher den Zugang zum Rhein und Rheinauhafen dar. An diesem markanten Ort im sich wandelnden Kölner Stadtraum befindet sich seit April 2008 die Skulptur "Leuchtturm" des Kölner Künstlers Lutz Fritsch. Mit einer Gesamthöhe von 26 Metern ist die Skulptur ein weithin sichtbares Zeichen und einzigartig in Köln und Umgebung. Mittig auf dem Platz positioniert, ragt aus einem treppenförmigen Sockel die 23 Meter hohe Stele empor, auf der sich ein 3x3 Meter großes Quadrat im Wind dreht. Auf einer Seite rot, auf der anderen grün lackiert, greift es die Signalfarben der Schifffahrt auf: Rot für rechts, Backbord, Grün für links, Steuerbord. Dreht sich das Quadrat im Wind, entsteht im Wechsel der Farben ein 'Blinken', das an einen Leuchtturm erinnert. So stellt die Skulptur in vielschichtiger Weise Beziehungen her: als 'blinkender' Leuchtturm zur ursprünglichen Funktion des Ortes als Hafen und Güterumschlagplatz, in ihrer farbigen Gestaltung zum Rhein als seit Jahrhunderten genutzter Wasserstraße und mit ihrem Standpunkt an der Schnittstelle der Achse von alten und neuen Kölner Stadtteilen vermag sie diese zu verbinden. Der Leuchtturm ist dabei auch zu einem Treffpunkt in dem lebendigen Rheinauhafenviertel geworden.

Lutz Fritsch ist ein "Raumforscher". Seine Skulpturen im Innen- und Außenraum setzen sich mit den spezifischen Eigenschaften eines Ortes und dem ihn umgebenden Raum auseinander. In ihrer "formalen Reduzierung auf monochrome Linien und Flächen will Lutz Fritschs Kunst unsere sinnliche Wahrnehmung und das Bewusstsein für den Umraum wecken" (Dr. Gerhard Kolberg). So vermögen die Werke den Raum neu zu strukturieren und den Blick auf oft Übersehenes, lange Vertrautes zu lenken. Auf diese Weise markiert die Skulptur "Rheinorange" (1992) die Mündung von Rhein und Ruhr in Duisburg oder bietet die "Bibliothek im Eis" den Forschern der Neumayer-Station seit 2005 einen "Gegen-Ort" zur weißen Weite der Antarktis, an den man sich zurückziehen kann und Wissenschaft und Kunst einen Dialog eingehen. Ab Herbst dieses Jahres wird die zweiteilige Großraumskulptur "Standortmitte", errichtet im Rahmen der Regionale 2010, die Städte Köln und Bonn verbinden, wenn zwei hohe, leuchtend rote Stelen die beiden Verteilerkreisen der BAB 555 markieren. Auch in Zeichnungen und Fotografien untersucht Fritsch den Raum. Während seine Zeichnungen sich in intuitiven und zugleich präzisen Setzungen mit dem gesehenen und erlebten Raum auseinandersetzen, zeigen die Fotografien die Wahrnehmung des Bildhauers von der skulpturalen Beschaffenheit des Stadt- und Naturraumes. Präsentiert wurden seine Arbeiten etwa 2006 in den Ausstellungen "Räume Welten" im Museum Ludwig in Köln sowie in Yokohama (Japan) mit "Eisraum Antarktis", und im Kunstmuseum Bonn mit "In Sichtweite" 2003.

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